Karl-Renner-Preis an Iranischen Frauen-Verein

"Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen in Reporter ohne Grenzen und Wiener Tafel

Wien - Im Wiener Rathaus sind am Dienstag die Preise aus der Dr. Karl-Renner-Stiftung für das Jahr 2007 vergeben worden. Preisträger sind die NGO "Reporter ohne Grenzen" (RSF bzw. ROG), der Verein "Wiener Tafel" und die "Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen in Österreich" (GIF).

Über die diesjährigen Preisträger freue er sich, weil die Arbeit für die Medienfreiheit "eine Arbeit für uns alle" sei, weil es "der Stadt Wien um sozialen Zusammenhalt geht" und weil rund ein Drittel der Wiener zumindest in zweiter Generation Migrationshintergrund habe, sagte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sinngemäß.

 

"Welt mit zwei Dimensionen"

Für die Zusammenarbeit mit dem österreichisch-iranischen Frauenverein GIF bedankte sich Ursula Struppe, Theologin und Leiterin der Magistratsabteilung für Integrations- und Diversitätsangelegenheiten in Wien (MA 17), in einer sehr persönlichen Rede. Die Gesellschaft stehe für ein Verständnis von Integration und Diversität, zu dem sich auch die Stadt Wien bekenne. Seine Mitglieder, so Struppe, seien "Iranerinnen und Wienerinnen": "Sie leben aber nicht in zwei Welten, sondern in einer Welt mit zwei Dimensionen." Mehrsprachigkeit und die Zugehörigkeit zu zwei Kulturen seien "ein Reichtum und keine Gefahr".

GIF klärt laut Eigenaussage "iranische Frauen über ihre Rechte als Frauen und als Migrantinnen auf", bietet säkularen Farsi-Unterricht und "versteht sich als Vermittlerin iranischer Kultur". Dabei besteht der Verein auf der Unabhängigkeit von Parteien und Glaubensgemeinschaften und sieht sich in der Frauenbewegung verankert. "Es bleibt noch viel zu tun", sparte sich Obfrau Shiva Badihi viele Worte.

Die Zeremonie im Wappensaal des Wiener Rathauses umrahmte das Rasumofsky-Quartett musikalisch mit Mozart und Haydn. Die Karl-Renner-Preise der Stadt Wien werden seit den 50er Jahren alle drei Jahre durch eine Jury vergeben. Unter den Gästen waren diesmal neben der Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger auch die zweite Wiener Landtagspräsidentin Erika Stummvoll. (APA)

 

 

1 Million Unterschrift

 

Persisch für Anfänger

Der iranische Frauenverein GIF zeigt Kindern, wie man von rechts nach links schreibt und sich nebenbei nicht für seine Sprache schämt

Wien - In dieser Schule gibt es keine Einser oder Fünfer. Hier bekommen die Schüler 20er oder 10er. Aria Akhavan bekommt meistens nur 20er, die beste Note im persischen Notensystem. "Ich bin kein Streber. Es reicht bei den Prüfungen, das hinzuschreiben, was ich in der Stunde gelernt habe", sagt der 14-Jährige ungeduldig.

Foto: derStandard.at/Khorsand

Foto: derStandard.at/Khorsand

Es ist 16.45 Uhr und gerade Pause in der iranischen "Parvin Etesami" Schule im vierten Wiener Gemeindebezirk. Akhavan schaut sehnsüchtig zum Tischtennistisch, bei dem seine Freunde bereits ihre Turniere austragen.

"Müssen nicht wissen, wie man Vogel schreibt"

Seit einem Jahr kommt er jeden Samstag für zwei Stunden in die Schule, um Persisch zu lernen, von rechts nach links zu schreiben und das Geschriebene auch wieder zu entziffern. Akhavan ist einer von 28 Schülern. Das Angebot richtet sich an Kleinkinder, Kinder mit nur einem persischsprachigen Elternteil und geht bis hin zu Jugendlichen. "Sie müssen nicht wissen, wie man Vogel schreibt, uns reicht es, wenn die Kinder wissen, dass es auf Persisch Parandeh heißt", erklärt Shiva Badihi die Intention der Schule. Die 37-Jährige ist einer der Lehrerinnen und Obfrau des Vereins "Gesellschaft Unabhängiger Iranischer Frauen" (GIF). Seit 1986 ist der Verein aktiv und betreibt neben einer Beratungs -und Informationsstelle für persischsprachige Immigrantinnen auch um die Sprachschule

Foto: derStandard.at/Khorsand

http://derstandard.at/?url=/?id=3056783

 

 

 

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